Samstag, 11. Januar 2014 | By: maran79

Dunkelheit von Anne Bishop

-Sie ist Hexe, fleisch gewordene Träume-











Einst dienten die Krieger von Blut der Königin, die man Hexe nannte. Als der Thron jedoch von einer mächtigen, aber unwürdigen Frau übernommen wurde, wandten sich diese gegen sie. Diese Rebellion wurde niedergeschlagen, die Krieger leben fortan in einer Gesellschaft der pervertierten Lust. Männer haben keinen Wert, außer in den Betten der Frauen. Freiheit ist ein Wort, das nur wenige kennen. Die grausame Königin Dorothea herrscht schon seit Jahrtausenden und niemand scheint sie aufhalten zu können. Oder doch? Leise Stimmen werden immer lauter, dass SIE kommen wird, HEXE, um das Gleichgewicht wieder in Ordnung zu bringen.







Dunkelheit ist der Auftakt der großartigen Reihe Die schwarzen Juwelen.  Ich habe die Reihe schon bei Erscheinen gelesen, allerdings sind noch einige Bücher dazu gekommen, daher möchte ich sie noch einmal lesen und dieses Mal auch eine Rezension dazu schreiben.

Wer nach einer seichten Lektüre mit niedrigem Unterhaltungswert sucht, für den wird diese Reihe nicht zu empfehlen sein. Allen anderen die sich darauf einlassen wollen, kann ich diese Bücher nur ans Herz legen, aber mit der Warnung, dass sie nichts für Menschen mit schwachen Nerven sind.

Die Welt innerhalb dieses Buches ist sehr vielschichtig, ebenso die Gesellschaft.
Magiebegabte Menschen nennen sich von Blut.  Es gibt dreizehn Blutjuwelen in dieser Welt. Diejenigen, die von Blut sind, erhalten ein Geburtstjuwel. Im Buch wird beschrieben, dass dieses Juwel aufgrund des Opfers an der Dunkelheit erschaffen wird. Es gibt die Farben:  Weiß, Gelb, Tigerauge, Rose, Aquamarin.
Opal gilt als die Trennlinie zwischen den schwächeren hellen Blutjuwelen und den dunkleren, die da wären: Grün, Saphir, Rot, Grau, Schwarzgrau, Schwarz. Erhält ein Kind zum Beispiel ein Geburtsjuwel Weiß, dann kann es höchstens bis zur Stufe Rose aufsteigen.

Das klingt alles ziemlich kompliziert, aber es wird hervorragend im Buch erklärt. Man erhält einen tiefen Einblick in die Gesellschaftsstruktur des Landes. Auch über die Grausamkeit von Königin Dorothea. Diese ist vom Status her eigentlich nur eine Priesterin und hätte daher niemals den Thron besteigen dürfen. Die magiebegabten Krieger jedoch dienen nur einer Hexe, die zur Königin bestimmt ist und in der Regel über das schwarze Blutjuwel verfügt. Ein Mann, der ebenfalls ein schwarzes Blutjuwel besitzt, wird Kriegerprinz genannt.

Ein solcher ist Daemon Sadi. Aufgewachsen am Hof der grausamen Königin, als "Lustknabe" von jeder Frau benutzt die ihn haben will, empfindet er nur Hass auf Dorothea und jene die ihr folgen. Sein ungezügeltes Temperament kann nur von der einen besänftigt werden, der einen Königin, doch in den ganzen 1700 Jahren, die sein Leben schon andauert, ist er ihr nie begegnet. Er wäre vielleicht sogar in der Lage, allesamt zu vernichten, doch Dorothea bestimmt über Leben und Tod seines Halbbruders Lucivar, daher fügt er sich.

Lucivar, Daemons Halbbruder ist Besitzen eines schwarzgrauen Blutjuwels und ein Eyrier. Dieses Volk verfügt über lederartige Schwingen und wird als sehr kriegerisch dargestellt. Obgleich Lucivar im ersten Teil nicht viele Auftritte bekam, so wurde mir ein besonderes Bild von ihm vermittelt. Er ist ebenso ungezügelt wie Daemon, aufgrunddessen er schlimme Bestrafungen erhält. In einer solchen Nacht, als er gefesselt in seiner Zelle verbringt, stöß er mittels seiner Gabe einen Wunsch aus: Einmal, nur ein einziges Mal will er keine Gebieterin haben, sondern eine Freundin.
Gleich nach diesem sehnsüchtigen Wünsch erscheint ihm das Kind Jaenelle. Erst sieben Jahre alt und doch mit einer Macht ausgestattet, die jeden schaudern lässt.

Die Beschreibung der Unterwelt in diesem Buch mutete zu Beginn seltsam an. Sehr komisch fand ich auch den Namen des Höllenfürsten, Saetan. Dieser Höllenfürst hat mit unserem wenig zu tun. Saetan war einst furchteinflößend, doch nach fünfzigtausend Jahren fühlt er sich als alter Mann. Zu viele schlimmen Erfahrungen haben ihn verbittern lassen, bis er aus dieser Gefühlslage gerissen wird. Jemand, der nicht hierher gehört, hat die Unterwelt betreten. Dadurch begegnet er der jungen Jaenelle.  Ihm wird sehr schnell klar wer sie ist und wenngleich er die Ankunft einer neuen Königin ersehnt, ist er gleichzeitig entsetzt von der Kraft Jaenelles. Ihm bleibt die Entscheidung, sie zu lieben, oder zu fürchten. Denn wenn das Kind in diesem Alter schon über ein schwarzes Juwel gebietet, dann kann sie als Frau zu etwas unvorstellbar Grausamem werden. Saetan entscheidet sich dafür, das Kind in die Lehre zu nehmen, denn wenngleich sie so mächtig ist, so gelingen ihr die schwachen Zauber nicht. Mit dieser Entscheidung hofft er, Jaenelle zu einer gerechten Königin zu erziehen.

Jaenelle selbst stammt aus dem kleinen Reich Chaliot. Anfangs erfährt man nicht viel über sie, da meistens aus der Sicht Daemons und Saetans geschrieben wird. Saetan befürchtet, dass das Leben bei ihrer Familie sie quält, doch aus unerklärlichen Gründen zwingt sie sich selbst immer wieder zurück nach Hause zu gehen. An manchen Tagen ist sie so verzweifelt und verängstigt, dass er sich sicher ist, ihr würde daheim etwas Schlimmes widerfahren. Er will sie beschützen, denn Jaenelle ist zu keinem Zeitpunkt verletzlicher als jetzt. Wird sie in ihrer Jungfernnacht von einem gewalttätigen Mann zerbrochen, würde sie als Gestalt mit wirrem Verstand durch die Welt wandeln.
Jaenelle selbst hat unglaublich viele Feinde, darunter die mächtige Dorothea. Würde sie erahnen, wer in Chaliot aufwächst, würde sie alles daran setzen das Kind zu töten.

Soviel von den Charakteren und der Geschichte. Die brutalen Schilderungen einiger Strafen passten genau zu dieser dunklen Welt. Die Geschichte von Jeanelle ist gespickt davon, aber auch mit Freundschaft, Gerechtigkeit und dem dringlichen Gefühl jemanden zu beschützen und zu lieben. Besonders die dunkle, romantischen Note bringt den Leser dieser Reihe buchstäblich zum Schmelzen. Zu viel davon kommt im ersten Band nicht vor, hier geht es darum das Wichtigste zu beschützen, dass es in diesem Buch zu beschützen gibt.




Bereits beim ersten Lesen stellte ich für mich fest, wie großartig dieses Buch von der Autorin geschrieben wurde und meine Meinung hat sich über die Jahre nicht verändert. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne wurde das Buch von mir zu Ende gelesen und ich kann es kaum erwarten den nächsten Teil zu beginnen

Wegen der originellen Idee und den wundervollen Charakteren vergebe ich 5/5 
Ein Muss für jeden Fan von Dark-Fantasy und Romance-Fantasy!














2 Kommentare:

Wintermädchen hat gesagt…

Hey, bin gerade durch Zufall über deine Rezension gestolpert. Ich habe diese Reihe jetzt schon seit einigen Jahren und unzählige Male gelesen. :)
Ich freue mich, dass es jemandem ähnlich geht und das großartige an diesen Büchern sieht! Die meisten lassen sich ja von den (zugegebenermaßen) furchtbaren Covern abschrecken.

Auf jeden Fall eine sehr schöne Rezension. :)

maran79 hat gesagt…

Hallo Wintermädchen,
ich freue mich auch Menschen zu begegnen, die den gleichen Büchergeschmack haben =) Vom Cover her fand ich sie eigentlich nicht so schlimm. Mich spricht diese Vielfalt an, die Anne Bishop in ihren Geschichten benutzt. Auch die unterschwellige grausame Welt, die sie benutzt. Beim Lesen hatte ich immerzu dieses bittersüße Gefühl. Ich hab noch zwei Bücher übrig, dann ist (glaub ich) erst einmal Schluss mit der Reihe -.-
lg Maran

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