Montag, 7. April 2014 | By: maran79

Böses Herz - Sandra Brown




Sandra Brown spezialisierte sich bereits auf mehreren Gebieten, bevor sie sich ernsthaft dem Schreiben widmete. Sie war Schauspielerin, Journalistin und Model. Mit ihrem Buch "Trügerischer Spiegel" schaffte sie den Durchbruch und kann sich seitdem einer großen Fangemeinde rühmen.







Als Honors kleine Tochter ihr verrät, dass ein Mann in ihrem Garten schläft, glaubt die junge Witwe zunächst an einen Streich. Tatsächlich jedoch hält sich niemand anderes als Lee Coburn auf ihrem Grundstück auf. Dem von der Polizei gesuchten Mann wird ein brutaler Mehrfachmord nachgesagt.
Von einem Tag auf den anderen zerbricht Honors heile Welt, denn Coburn schwört, dass der Unfalltod ihres Mannes vor zwei Jahren kein Unfall war. Nun ist ihr Leben und das ihrer Tochter in Gefahr und nur Lee Coburn scheint sie retten zu können, doch kann sie ihm auch vertrauen?




Das Cover ist sehr einfach, wirkt hell und auf eigentümliche Weise rein, gerade wegen dem blutroten Blatt, welches inmitten des Bildes prangt. Mit einem Blick kann man das Genre gut assoziieren, war zumindest in meinem Fall so. Das Weiß für Honor und ihre Tochter und Rot für Coburn.


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Honor ist einfach nur entsetzt. Sieben Menschen soll Lee Coburn gnadenlos exekutiert haben. Nun sitzt er in ihrer Küche und isst die Cupcakes, die sie für ihre kleine Tochter Emily gebacken hat. Ein Blick auf diesen Mann und sie weiß, er würde nicht zögern einer Bedrohung den Garaus zu machen. Aber, wieso erkundigt er sich so drängend nach ihrem verstorbenen Mann Eddie? Und was sucht er?

Das ist der Beginn von "Böses Herz". Man ahnt bereits nach wenigen Seiten, dass mit einem Mann wie Lee Coburn nicht zu spaßen ist. Besonders Honor ist voller Angst, möchte sie ihre kleine Tochter um jeden Preis vor diesem Mörder beschützen. Als Leser kann man sich gut in Honor hineinversetzen und die Angst spüren, die sie vor diesem Mann hat. Auf der anderen Seite bekommt man auch die Möglichkeit einen Blick auf die Antagonisten zu werfen.
Ganz besonders gefallen haben mir die verschiedenen Charaktere des Buches. Nichts erscheint Stereotypisch. Man wird  nach und nach in die Geschichte hineingeführt, beinahe, als müsste der Leser mit den Helden das Rätsel dieser Geschichte lösen.
Es ist schwer eine Rezension zu schreiben ohne allzu viel von der Geschichte zu verraten, hängt doch in diesem Buch alles damit zusammen, was Lee Coburn sucht und ihn antreibt.




Ich empfand Honors Charakter als jemanden, der in der Vergangenheit gefangen ist und nicht für einen Neubeginn loslassen kann. Zu Anfang eingeschüchtert, setzte sich die junge Mutter aber nach und nach durch und gewinnt immer mehr an Selbstvertrauen.

Lee Coburn war mir lange Zeit ein Rätsel. Ich wusste nicht was ich von ihm halten sollte. Natürlich ist sofort ersichtlich, dass mit jemandem wie ihm nicht zu spaßen ist. Er strahlt eine Aura der Unnahbarkeit und der Gefahr aus, weswegen man lange im Dunkeln tappt und nicht weiß, für welche Seite er eigentlich arbeitet. Genau das fand ich so erfrischend an diesem Charakter.

Zu den "Bösen" gibt es auch einiges zu schreiben. In diesem Buch beschränkt sich diese Rolle nicht nur auf eine Person, dennoch fand ich es nicht zu überladen. Ein Handlanger hat mich besonders beeindruckt, ein Siebzehnjähriger, der von der Welt zu einem gnadenlosen Mörder geformt wurde.
Aber auch der Drahtzieher hinter dem Ganzen hielt noch einige Überraschungen für mich parat. Ich kann ehrlich behaupten, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer der Bookkeeper eigentlich ist. Man rätselt zwar herum und stellt auch einige Vermutungen an, aber im Endeffekt kommt man der wahren Person hinter dieser Bezeichnnung nicht einmal nahe. Das hat mir sehr gut gefallen.



Der Schreibstil  der Autorin ist flüssig, mit spannenden und erotisch knisternden Momenten an den richtigen Stellen. Hier wird Krimi mit tiefen Gefühlen vermischt, ohne sich an Klischees zu bedienen. Wer hier ein Rotz-und-Wasser-Happy-End erwartet, ist an der falschen Stelle, aber genau das macht dieses Buch aus. Die Reaktionen der Protagonisten sind auf ihren Eigenschaften aufgebaut und fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Gerade deswegen steht dem Leser frei, das Ende nach seinen eigenen Vorstellungen zu interpretieren.
Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.
Wegen der gelungenen Krimigeschichte, die immer spannend blieb und der überraschenden Wende, bekommt dieses Buch von mir 5/5.





            Zudem geht mein Dank an


                                    für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.



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