Dienstag, 15. Juli 2014 | By: maran79

Skylark - Der eiserne Wald von Meagan Spooner

   - Du bist nicht das was du glaubst    ... 
                 aber auch nicht das, was die anderen von dir dachten -






(Quelle: Heyne - Verlagsseite)

Meagan Spooner wollte eigentlich immer Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin werden. Nach ihrem Studium ist sie dann doch beim Schreiben gelandet. Meagan Spooner lebt in Northern Virginia, wenn sie gerade nicht irgendwo in der Welt unterwegs ist. Denn Reisen ist ihre große Leidenschaft.




Das Cover zeigt ein Mädchen, das mit festem Blick nach vorne sieht. Im Hintergrund erkennt man die Bäume, die den eisernen Wald darstellen. Was mir besonders gefällt sind die Lichter, oder Sterne, die das Cover zieren. Sie vermitteln einem das Gefühl in eine magische Welt voranzuschreiten, was ich für dieses Buch als sehr passend empfand.






Ein schrecklicher Krieg hat die einstige Weltordnung hinweggefegt. Heutzutage überlebt man nur in der technischen Stadt und damit dieses Überleben gewährleistet wird, ist die Ernte erforderlich.
Ihr ganzes Leben lang wurde der jungen Lark das eingetrichtert. Man lebte um geerntet zu werden, denn indem man seine magischen Ressourcen hergab, beschützte man seine Familie und die Stadt. Viele Jahre lang wurde Lark nicht zur Ernte aufgerufen, weswegen sie unter dem Spott und der Häme der anderen litt. Als es dann doch geschieht und sie zum Institut gebracht wird, erfährt Lark, dass nichts was sie zu kennen glaubte, tatsächlich so ist. Um am Leben zu bleiben muss sie die Flucht in den von allen gefürchteten eisernen Wald wagen.







Bei dieser Rezension habe ich eine neue Rubrik eingefügt, einfach aus dem Grund, weil ich die Welt, die die Autorin Meagan Spooner erschaffen hat, so neuartig und raffiniert finde.
Vor einigen Jahrhunderten gab es eine Katastrophe magischen Ursprungs. Aufgrund dessen wurden die Menschen dazu gezwungen sich von der Außenwelt abzuschotten. In einer mechanischen Stadt führen sie ihr Leben weiter, immerzu in Furcht, dass die schützenden Mauern eines Tages aufhören zu existieren.
Nun möchte ich nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber das Konzept der Welt außerhalb hat mich so fasziniert, dass ich mich nicht zurückhalten kann. Es wird ja bereits erwähnt, dass Lark in den eisernen Wald flieht. Dabei entdeckt sie die unbekannte Außenwelt mit jedem Tag neu. Es ist eine völlig schockierende Erfahrung, den gewaltigen Sternenhimmel über sich zu sehen, oder Regen auf der Haut zu spüren. Umso faszinierender wurden die Blasen beschrieben, auf die die junge Lark trifft. Jene enthalten Magie und können einen Ort über Jahrhunderte hinweg konservieren, oder eine längst vergangene Erinnerung abspielen. Der Umgebung wurde in diesem Buch besondere Aufmerksamkeit gewidmet, aber ich hatte nie das Gefühl gelangweilt zu werden. Vielmehr nahm ich es als eine Entdeckungsreise wahr, bei der ich auf jeder Seite auf etwas neuartiges stoßen konnte.
Nun, da ich das Buch zu ende gelesen habe, kann ich immer noch nicht sagen, ob es sich um eine magische Welt oder um unsere Erde in der Zukunft handelt, aber ich empfand das nicht als schlimm. Vielmehr hatte ich Menschen aus unserer Zeit vor Augen, die mit Magie ausgestattet waren und in einer Steampunkartigen Stadt lebten. Also ein ganzes Gemisch an verschiedenen Genres, aber toll eingesetzt.




Auch ganz wichtig in diesem Buch ist die Ressource. Im Grunde genommen ist es einfache Magie, aber was die Autorin damit gemacht hat, war einfach toll. Die Stadt, in der Lark geboren wurde, stellte ich mir alt und verrostet vor, aber auch mit einem Touch Steampunk. Alles wurde mit der Ressource verbunden und angetrieben. Maschinen schützen die Menschen von der Außenwelt und geben ihnen Nahrung. Damit diese Maschinen funktionieren, müssen sie mit Magie aufgeladen werden. Jeder Bewohner der Stadt trägt diese in sich. Im Kindesalter werden sie in das Institut gebracht, wo ihnen die Magie abgezapft wird. Nach diesem Vorgang hat das Kind keine magischen Fähigkeiten mehr. Es gibt Gerüchte und Legenden von Erneuerbaren. Diese Menschen sind in der Lage die Magie immer wieder neu zu produzieren, daher sind sie für das Institut so wichtig.




Lark ist für mich der typische Teenager, der von den anderen nicht akzeptiert wird. Weil sie mit sechzehn Jahren immer noch nicht geerntet wurde, muss sie den Hohn der anderen Kinder erdulden. Aus diesem Grund ist sie zuerst überglücklich, als man sie für die Ernte abholt.
Ihren Charakter kann ich schwer einschätzen, ich empfand sie als überraschend normal, aber nicht im langweiligen oder negativen Sinn. Viel zu oft gibt es Hauptcharaktere, die so schwach sind, dass sie andauernd von anderen gerettet werden müssen. Oder sie sind so mächtig, dass sie den Feind mit einem Gummiball und ihrem Atem niederstrecken. Nicht so Lark, sie trägt beides, Stärke und Schwäche in sich, das machte sie mir sehr sympathisch.

Oren wird von Lark immer der wilde Junge genannt. In der Außenwelt weiß er hervorragend wie man überlebt. Aus einem unerklärlichen Grund hat er ein Auge auf Lark geworfen und hilft ihr bei ihrer Reise zum eisernen Wald, wo er nur kann. Dies stößt tatsächlich gegen seine Überlebensprinzipien. Wer nicht stark genug ist, hat es nicht verdient zu leben, so lautet seine Devise.
Anfangs sehr mürrisch, lernt man Oren im Verlauf der Geschichte auch von einer anderen Seite kennen. Aber das größte Geheimnis über Oren müsst ihr selbst herauslesen!

Nun könnte ich noch über Kris schreiben, derjenige, der sich zu Beginn als Larks Verbündeter im Institut herausstellt, doch viel interessanter finde ich das Objekt, welches von Kris programmiert wurde. Zuerst als mechanischer Kobold ohne Namen beschrieben, erhielt er von Lark den Namen Nix. 
Nix ist ein Jagdkobold des Instituts und darauf programmiert worden Lark einzufangen und zurückzubringen. Während eines Angriffs schaffte Lark es jedoch, den kleinen Kobold dort zu treffen, wo er seine Befehle erhält. Aufgrund dessen verändern sich seine Persönlichkeit und seine Stimme. Trotz seines mechanischen Wesens und der Tatsache, dass er nur durch Magie überleben kann, entwickelt er sich im Verlauf der Geschichte zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Besonders am Ende des Buches kam das sehr gelungen zur Geltung.





Meine Meinung zu diesem Buch kann man bereits schon jetzt aus dieser Rezension herauslesen. In letzter Zeit hatte ich großes Glück mit meinen Buchempfehlungen. Auf den ersten Blick klang die Inhaltsangabe zwar interessant, aber dass mich das Buch so begeistern würde, hätte ich nie erwartet.
Wie man herauslesen konnte, fand ich den Aufbau der Welt, die Magie, aber auch die Charaktere einfach nur toll. Die Geschichte wird nie langweilig und man bekommt immer wieder etwas neues serviert. Bildlich hatte ich Larks Reise durch die Außenwelt klar vor Augen, aber auch die mechanische Stadt konnte ich mir gut vorstellen.
Was mich am Ende tatsächlich erwartete, hätte ich nie in Erwägung gezogen. Es war jenseits meiner Vorstellungskraft und hat mich positiv getroffen.  Der Begriff Überrascht klingt hierbei viel zu milde.
Kritiken an dem Buch habe ich keine, ich empfand alles als passend, nichts hat gestört.



Sehr guter Schreibstil, der Kopfkino pur im Gehirn fabriziert. Eine fantastische Welt, neu und außergewöhnlich, ausgereifte Charaktere und eine Geschichte, die mich neugierig auf den Folgeband macht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut mir das Buch gefallen hat. Wie außergewöhnlich ich den Konzept der Magieblasen finde oder das Ende, das ich so nie erwartet hätte.
Der erste Band dieser Reihe von Meagan Spooner erhält von mir eine deutliche Leseempfehlung mit beiden nach oben aufgerichteten Daumen und einen Ehrenplatz in der Hall of Fame. Eigentlich müsste das jetzt nicht mehr erwähnt werden, aber ich tu´s doch:

  5/5



An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei



 für das bereitsgestellte Rezensionsexemplar bedanken. Eine tolle Geschichte, die mir zu einer wertvollen Erinnerung wurde.

2 Kommentare:

Lady Moonlight hat gesagt…

Das Buch könnte mir auch gefallen. Danke für deine Rezension. Ich setze es gleich auf meine Wunschliste.

Lady Moonlight hat gesagt…

Schade, dass man von dir nichts mehr hört! Dein Blog hat mir richtig gut gefallen :) Falls du wieder einmal bloggen solltst, melde dich gerne bei mir.

Liebe Grüße,
Lady Moonlight

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